Toolnutzung
Für die Screenshots und die Annotationen habe ich Snagit verwendet und für die Erstellung des HTML-Codes habe ich Codex und Claude Code als KI-Agenten verwendet. Für die grobe Texterstellung habe ich dem Agenten gebeten, aus den Screenshots und dem Projektkontext passende Texte zu generieren. Diese habe ich daraufhin entweder angepasst oder komplett umgeschrieben. Das endgültige UI entstand nach ein paar Iterationen, mithilfe des Agenten.
Die Zusammenarbeit mit KI-Agenten
Es war das erste Mal, dass ich so eine umfangreiche Kundendokumentation erstellt und hierbei auch KI-Agenten verwendet habe. So konnte mir der KI-Agent den technischen Aufbau komplett abnehmen. Die inhaltliche Kontrolle und Überarbeitung lag hierbei weiterhin vollständig bei mir. Ich habe während der Erstellung im HTML-Code die Texte angepasst und war somit mit dem Code vertraut, den mir der Agent generiert hat. Ein weiterer Vorteil im Code zu arbeiten, ist, dass ich nicht für jede Änderung den Agenten neu prompten muss, was immens Zeit spart. Durch das semantische Verständnis des Agenten hatte ich auch die Freiheiten, keinen korrekten HTML-Code schreiben zu müssen; ich habe einfach im Code als Freitext meine Änderungswünsche niedergeschrieben, so als würde ich eine Skizze entwerfen. Der Agent hat meine Anpassungen daraufhin korrekt umgesetzt.
KI-Agenten sind nicht nur ein weiteres technisches passives Werkzeug, sondern in einer gewissen Weise Arbeitskollegen.
Meine Erkenntnisse in diesem Projekt waren, dass der Agent wie ein Arbeitskollege agiert. So sehe ich KI-Agenten als aktiv (kreativ) denkende und entscheidende Werkzeuge. So erfordert die Nutzung dieses aktiven Werkzeugs bestimmte Kompetenzen.
Sozialkompetenz
Ich finde, in Zusammenarbeit mit KI-Agenten ist eine gewisse Sozialkompetenz vonnöten: Was teile ich wie meinem Agenten mit? Wie verhalte ich mich bei etwaigen falschen Aussagen oder Ergebnissen dem Agenten gegenüber? Schreibe ich in diesen Fällen eher destruktiv oder konstruktiv? Schreibe und bleibe ich lösungsorientiert?
Methodenkompetenz
Je besser der Agent – also der Arbeitskollege – vom Projekt Kenntnis besitzt, je ungestörter und somit fokussierter er arbeiten kann und je besser er Zugriff auf die erforderlichen Ressourcen hat, desto besser werden die Ergebnisse. Der Fokus des Kollegen wird hierbei dadurch beeinflusst, welche Informationen er für die Umsetzung der aktuellen Anforderung „im Kopf" – also in seinem Kontextfenster – behalten muss. Es ist nicht gut, wenn sein Kontextfenster mit irrelevanten Informationen gefüllt ist, da diese den Output verwässern können.
Essenziell ist hierbei natürlich auch, dass die Anforderungen möglichst präzise beschrieben werden müssen, falls ein konkretes Ergebnis erwünscht ist. Ich habe in der Anleitung für den RAG-Chatbot dem Agenten gebeten, dass er links und rechts aktive Navigationsleisten hinzufügen, Infokästchen nutzen („Gut zu wissen") und die CI des Kunden übernehmen soll. Bevor ich meine konkreten Wünsche mitgeteilt hatte, erstellte der Agent zwar funktionierende HTML-Anleitungen, aber zufriedenstellend waren diese für mich somit nicht.